Am Samstag, 23. September, feiert das Restaurant zum Sternen die Neueröffnung. Es war acht Jahre lang ein Objekt der Vermutungen. Die neuen Pächter sind Michael und Mathias Kunz. Sie wollen die herrlichen Räume intelligent nutzen und eine internationale Küche anbieten.

Das stattliche Hau an der Dorfkreuzung stammt in der heutigen Form aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, da war Eggenwil noch ein blühendes Weinbauerndorf. Das 400 Jahre alte Weinkellergewölbe unter dem Haus erzählt die ältere Geschichte: Hier stand das Verwaltungsgebäude des KIosters Muri, dessen Rebberge sich bis hinunter nach Baden erstreckten. Erst die Reblaus dezimierte die Be­stände und vermieste die Freude an der Weinbauerei. Der «Sternen» blieb ein Landwirtschaftsgewerbe mit einer Bauernwirtschaft.

Innen und aussen ein Bijou

Seit vier Generationen ist die Liegenschaft im Besitz der Familie Wettstein, heute Familie Schürmann-Wettstein. Das Haus könnte Geschichten erzählen. Hier hing das erste Telefon im Dorf an der Wand. Im Obergeschoss wurde Theater ge­spielt. Die spätere legendäre Wirtin Lydia Cäcilia Schürmann-Wettstein ist im «Sternen» zur Welt gekom­nen. Ihr Götti freute sich dermassen über die Nachricht, dass er mit Ross und Wagen zum Feiern erschien und das Pferd gleich in die Gaststube stellte.

In den Jahren 1990 bis 1993 fand ein umfassender Umbau statt. Willi. Oskar Schürmann hat mit viel Liebe zu den Details ein pezielles Restau­rant geschaffen mit interessanten Räumen in den oberen Stockwerken und die gesamte Infrastruktur mo­dernisiert. Das Beste, die altehrwür­dige Gaststube an der Hauptstra e mitten im Dorf mit dem ursprüngli­chen Kachelofen und der Sitzbank daneben, hat er als Schmuckstück in die Zukunft gerettet. Die folgende Ära wurde durch verschiedene Gast­ronomen geprägt, die ihren eigenen Stil in den «Sternen» brachten. Doch dann – 2009 – versank das bekannte Haus in einen achtjährigen Dornrös­chenschlaf. Immer wieder kursierten Gerüchte über einen Neuanfang oder Verkauf.

Traditionellen Charme des Hauses spüren

Lydia Schürmann, die heutige Besit­zerin, erklärt die lange Ruhezeit mit dem Umstand, dass man dieses ein­zigartige Haus mit den schönen Räu­men und der langen Tradition sicher nicht mit Pizza und Kebab verschan­deln durfte.

Am 23. September werden Michael und Mathias Kunz das Restaurant zum Sternen neu eröffnen. Das Haus rufe geradezu dazu auf, das Traditio­nelle und das elegante Moderne zu verknüpfen mit der internationalen Küche, sagt Michael Kunz, der Gast­geber und Eventorganisator. Er ist in Wohlen aufgewachsen und wurde «Haustechnik-Ingenieur mit grossem Flair ins Gastgewerbe». In den 90ern war er aktives und engagiertes Mit­glied im «Verein gegen öde Samsta­ge». Er wirkte lange Jahre abwech­selnd in Hotels, bei einer Grossbank und betreut im Teilamt weiterhin für das Zürcher Hochbauamt das Toni-­Areal mit der Fachschule der Künste. Michael Kunz wohnt seit sechs Jah­ren wieder im Freiamt, in Büttikon.

Sein Partner Mathias Kunz stammt aus Havellierg bei Magdeburg. Der gelernte Koch wirkt seit 2007 in der Schweiz, bediente verschiedene Sai­sonstellen, wirkte unter anderem in der «Mühli» Mülligen und im «Hir­schen» Kirchdorf. 2014 hat er mit Bravour die Wirtefachprüfung bei Gastro Aargau bestanden. Nun steht er kurz vor dem Abschluss zum eid­genössisch diplomierten Betriebslei­ter.

Überraschendes bieten

Er will im «Sternen» eine internatio­nal trendige, moderne Küche mit den klassischen Spezialitäten der Schweiz und der traditionellen Welt verbin­den, aber auch eine andere Kulina­rik aufgleisen, überraschende Ge­schmackskreationen anbieten, Roh­stoffe aus der Natur einbeziehen – wie zum Beispiel den Wald mit seinen Fichten im Brot auf dem Tisch kre­denzen. Die Karte wird mehrmals im Jahr angepasst und mit hiesigen Ge­müsen verfeinert. Der Tagesablauf ist sympathisch auf die unterschiedli­chen Gäste zugeschnitten. Als Höhe­punkt kann man gastronomische Va­riationen für spezielle Anlässe im «Sternenstübli» mit seinem venezia­nischen Barock erleben.

In der Winterzeit laden die warmen Stuben zum Verweilen ein. Überra­schendes ist angesagt. Im Sommer lockt die Terrasse im Garten mit den leichteren Gerichten. Bei den Weinen wollen die beiden auch die Tradition des Klosters aufleben lassen. Das heisst unter anderem: Wein von Mu­ri-Gries.

2 Kommentare
  1. Hi Michael und Mathias,
    Zuerst gratulation zu dem neu eroeffnetem Restaurant “Zum Sternen”. Auf fruehen Besuche in die Schweiz sind wir manchmal am Restaurant vorbei gekommen und das Restaurent war geschlossen. In meinen Jugentjahre war meine Schwester ( lebt auch seit 1961 in Neeseeland) und ich oft in den Ferien im Haus Zum Sternen. Die Wirtschaft war dann noch eine ganz einfache ‘Beiz’. Eine Klavier war auch in der Wirtschaft. Gegenueber der Strasse war eine Scheune die jetzt nicht mehr das ist.
    Ich bin der Sohn von Willhelm’s Bruder, Emil Wettstein. Seit 1961 bin ich in Sydney Australien und hoffe mit Lydia Schuermann-Wettstein Kontakt aufzunehmen.

    Ich wuerde mich freuen wenn ich von Lydia Schuermann hoeren wuerde.
    Die Email adresse ist oben und meine Telephone Nummer ist +61 2 9416 1552

    Herzliche Gruesse

    Rudi Wettstein (Emil Rudolf genau)

    1. Sali Ruedi
      Schön von dir zu hören.
      Wir haben deine Nachricht an Lydia weitergeleitet.
      Liebe Grüsse
      M.+ M. Kunz

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